Royal Caribbean – Die Kreuzfahrtreederei der Megaschiffe


Royal Caribbean ist die Reederei mit den größten Kreuzfahrtschiffen. Die 22 Cruise Liner der in Miami/Florida ansässigen Reederei gehören zu sechs verschiedenen Schiffsklassen. Unter ihnen sind mit der Allure of the Seas und der Oasis of the Seas die derzeit größten Kreuzfahrtschiffe der Welt mit einer Verdrängung von rund 225.000 BRT.

Royal Caribbean International ist die Kreuzfahrtreederei der Megaschiffe. Dort konnte man sich seit 1999 die „Voyager of the Seas“ in Dienst gestellt wurde, immer wieder rühmen, das weltweit größte Kreuzfahrtschiff in den Reihen der eigenen Flotte zu haben. Mit der Oasis-Klasse und den Cruise Linern Oasis of the Seas und der Allure of the Seas wurde eine neue Dimension bei den Megaschiffen betreten. Eine Verdrängung von über 225.000 BRT schafft Raum für 6.400 Passagiere. Fast eine Milliarde Euro lässt sich die Nummer Zwei unter den Kreuzfahrtreedereien jedes dieser Megaschiffe kosten.

Begonnen hatte alles ganz unspektakulär, als die norwegischen Reedereien Wilhelmsen & Company, I.M. Skaugen & Company, and Gotaas-Larsen im Jahr 1968 die Royal Caribbean Cruise Line (RCCL) gründeten. Die Geschäfte führte Edwin Stephan. Es war eine Zeit, in dem die Kreuzfahrtbranche alles andere als boomte. Selbst in den USA buchte gerade mal eine halbe Million Urlauber eine Kreuzfahrt. Interessant daran ist, dass Ende der 1960er Jahre die heute größten Kreuzfahrtgesellschaften entstanden. Neben RCCL wurden sowohl Carnival, als auch NCL zu dieser Zeit gegründet und eine Reihe der kreativsten Köpfe dieser Branche sahen die Chancen, neue Märkte zu erschließen. Edwin Stephan gehörte zu ihnen mit seiner Idee, eine Kreuzfahrtgesellschaft allein auf das Reiseziel Karibik auszurichten und dafür spezialisierte Schiffe zu bauen: Kleiner als die traditionellen Passagierdampfer aus dem Transatlantikgeschäft, mit kleineren Kabinen, insgesamt leichter und mit weniger Tiefgang um mehr Passagiere kostengünstiger an Bord nehmen zu können und mehr karibische Häfen erreichen zu können. Dazu sollten die Schiffe so gestaltet werden, dass sie einen hohen Wiedererkennungswert haben, der dazu beitragen sollte, Royal Caribbean zur Marke zu machen.

Zwei Jahre nach der Gründung wurde mit der „Song of Norway“ das erste nach diesen Anforderungen gebaute Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt, dem schon im Jahr darauf die „Nordic Prince“ folgte und im Jahr 1972 die „Sun Viking“. Zum ersten Mal in den Schlagzeilen war die Reederei mit der damals sensationellen Verlängerung der „Song of Norway“ um 25 Meter gekommen. Die RCCL-Schiffe bekamen Miami als Heimathafen und starteten von dort zu ihren Karibik-Kreuzfahrten, die über Nassau, San Juan und St. Thomas wieder zurück nach Miami führten. Ganz nebenbei begann dadurch auch noch der Aufstieg Miamis zu Karibik-Kreuzfahrtstarthafen Nummer eins.

Der Aufstieg der Reederei begann, beim Publikum rannte man offene Türen ein, das Konzept kam an. Um sich unverwechselbar zu machen und Nachahmer auf Distanz zu halten, feilte Edwin Stephan an den Alleinstellungsmerkmalen, die RCCL zur Marke machen sollten. Das Entertainmentkonzept wurde ausgebaut, Topstars wurden in die Karibikhäfen geflogen, um Abwechslung in die Schiffsprogramme zu bringen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Viking Crown Lounge, die wie eine runde Aussichtsplattform auf dem obersten Deck thront und bei den neueren RCCL-Schiffen einen Rundumblick ermöglicht.

Ein weiteres Schiff kam dazu, 1982 wurde die „Song of America“ in Dienst gestellt, die nun mit einer Verdrängung mit gut 37.000 BRT größtes Schiff der Reederei war. Um den viele Passagieren jederzeit etwas ganz Besonderes bieten zu können, erwarb die Reederei zwei Privatstrände, die seitdem auf den Karibik- und Bahamas-Routen angefahren werden. In Labadee auf Haiti und Coco Cay in der Bahamas-Region haben die Royal Caribbean-Gäste exklusiven Zutritt zu den Privatstränden und Einrichtungen.

Eine solche Erfolgsgeschichte weckt Begehrlichkeiten, Carnival zeigte sich als der große Rivale, es kam zu einem Übernahmeversuch, in dessen Verlauf sich die norwegischen Anteilseigner heillos zerstritten, in der Konzernzentrale herrschten unübersichtliche Verhältnisse. Erst als die bisherigen Anteilseigner Skaugen und Gotaas-Larsen ausgezahlt wurden, konnte man daran gehen, neue Strukturen zu schaffen. Dazu kamen mit der Hyatt-Holding und der Cruise Associates Holding neue Anteilseigner und frisches Geld ins Team, von den ursprünglichen Anteilseignern blieb nur Anders Wilhelmsen & Co beri RCCL. Mit Richard Fain von Gotaas-Larsen kamen neue Ideen an die Spitzer der RCCL. Die Holding bekam 1990 den neuen Namen Royal Caribbean Cruises Ltd und verlegte nun auch den Firmensitz nach Miami.

Jetzt waren die Weichen gestellt, die Flotte wieder auf Erfolgskurs zu führen. Sichtbar wurde das mit der Indienststellung der „Sovereign of the Seas“ 1988, die seinerzeit mit einer Verdrängung 73.192 BRT das größte Kreuzfahrtschiff der Welt war, größer als das bis dahin größte Passagierschiff, die „Norway“. Nur zwei Jahre später folgten die „Nordic Empress“ und die „Viking Serenade“, die mit der Admiral Cruise übernommen wurden. Alle diese Schiffe sind inzwischen außer Dienst und verkauft.

Im Jahr 1991 wurde die “Monarch of the Seas“ als zweites Schiff der Sovereign-Klasse fertiggestellt, ein Jahr später die „Majesty of the Seas“. Von nun an trugen alle Schiffe von RCCL die Worte „ of the Seas“ im Namen. Diese Namensgestaltung wurde zum Teil der Markenstrategie und des neuen Konzepts, das zum Ziel hatte, RCCL zu einem führenden Kreuzfahrtkonzern umzubauen, der weltweit operiert und ein breites Publikum zu attraktiven Preisen anspricht. Dazu mussten neue Schiffe in verschiedenen Größen her.

Die Pläne für das größte Kreuzfahrtschiff der Welt lagen ja schon fast ein Jahrzehnt in der Schublade. Immer mehr Reedereien begannen, Riesenschiffe in Auftrag zu geben. Dieses Projekt sollte ständig weiterentwickelt werden und der Reederei ermöglichen, auf Dauer das jeweils größte Kreuzfahrtschiff der Welt in der eigenen Flotte zu haben. Nach der Sovereign-Klasse wurden die Megaschiff-Klassen immer größer.

Man machte nun zwar Umsatz bei RCI, Konkurrent Carnival hingegen machte auch satte Gewinne. Die Kapitalausstattung bei RCCL reichte nicht mehr aus. So ging RCCL 1993 an die Börse und stärkte die Kapitaldecke. Zukäufe waren geplant, aber das zur Verfügung stehende Kapital reichte noch immer nicht aus, 1997 das Angebot, Costa Crociere zu kaufen, realisieren zu können. Den Deal machte der große Konkurrent Carnival. Als Celebrity Cruises 1997 zum Verkauf stand, kam RCCL aber zum Zug und bestand von nun an aus Caribbean und Celebrity Cruises.

Man begann die eigene Flotte nun mit Schiffen aus insgesamt sechs verschiedene Schiffsklassen auszustatten, die verschiedene Ansprüche erfüllen sollten. Von diesen Schiffsklassen ist im Jahr 2012 die kleinsten Einheiten schon so groß, wie die Schiffe der noch kürzlich herausragend großen Sovereign Klasse.

Kamen zuvor die Kreuzfahrtschiffe aus der Tradition der Transatlantik-Linienschiffe, die Komfort und Luxus immer mit Geschwindigkeit zu verbinden hatten und entsprechend schnittig waren, wurden jetzt diese Fahreigenschaften zweitrangig. Der neue Ansatz war, einen schwimmenden Urlaubsort zu bauen, den man wie bei einem Cluburlaub die ganzen Ferien über nicht zu verlassen brauchte. Das Schiff wurde zum Urlaubsziel, daran hatte RCCL, deren Kreuzfahrtabteilung 1997 in Royal Caribbean International RCI umbenannt wurde, maßgeblichen Anteil.

Nacheinander kamen nun die Schiffe der Voyager Klasse mit rund 140.000 BRT, der Freedom Klasse mit etwa 154.000 BRT und schließlich die Oasis Klasse dazu mit ihren 225.000 BRT und dem 2009 in Dienst gestellten Giganten „Oasis of the Seas“ und der im November 2010 fertiggestellten „Allure of the Seas“. Die Schiffe der Voyager Klasse bieten auf 15 Decks von der Eislaufbahn bis zur Royal Laden-Promenade an Bord das Angebot einer mittelgroßen Stadt. Die innovativen Schiffe der Freedom Klasse haben als Besonderheit den H2O-Wasserpark und Wellenreiten mit dem Flow Rider und dazu superkomfortable Kabinen. Die Schiffe der Oasis Klasse bieten Entertainment, Wellness und alles was das Herz begehrt auf 18 Decks in sieben Lifestyle-Arealen.

 

Die kleineren Schiffe wurden neben der Sovereign-Klasse in die Radiance Klasse und die Vision Klasse eingeteilt. Zur Vision-Klasse mit zwischen 74.000 und 78.000 BRT gehören heute die „Legend of the Seas“, die „Splendour of the Seas“, die „Grandeur of the Seas“, die „Enchantment of the Seas“, die „Rhapsody of the Seas“ und die „Vision of the Seas“. Sie sind nicht baugleich und haben alle ihren eigenen Charakter, verbindend ist die Idee der „Schiffe des Lichts“ mit vielen Panoramafenstern. Die Cruise Liner sind in der ganzen Welt unterwegs.

 

Die Schiffe der Sovereign-Klasse mit ihren 74.000 BRT Verdrängung wurden von der Werft Chantiers d’Atlantique in Saint Nazaire gebaut. Als erste Kreuzfahrtschiffe der Reederei hatten sie ein offenes, lichtdurchflutetes Atrium. Die noch in der Reederei verbliebenen „Majesty of the Seas“ und „Monarch of the Seas“ fahren in die Karibik und zu den Bahamas.

 

Die Schiffe der Radiance Klasse wurden im Emsland von der Meyer Werft gebaut. Dazu gehören mit einer Vermessung von 90.000 BRT gehören die „Radiance of the Seas“, die „Brilliance of the Seas“, die „Jewel of the Seas“ und die „Serenade of the Seas“. Die eleganten Schiffe mit den riesigen Glasflächen wirken mit ihren schnittigen Linien wie große Luxusjachten, dazu passen der Wintergarten und das Windjammer-Café.

 

Neben der Viking Crown Lounge auf dem obersten Deck oft 40 und mehr Meter über dem Meer mit dem spektakulären Panoramablick sind inzwischen die Kletterwände zum Markenzeichen der RCI-Schiffe geworden.

 

Kasten

Die Flotte von Royal Caribbean

Oasis-Klasse

• Oasis of the Seas

• Allure of the Seas

Freedom-Klasse

• Freedom of the Seas

• Liberty of the Seas

• Independence of the Seas

Voyager-Klasse

• Voyager of the Seas

• Explorer of the Seas

• Adventure of the Seas

• Navigator of the Seas

• Mariner of the Seas

Radiance-Klasse

• Radiance of the Seas

• Brilliance of the Seas

• Jewel of the Seas

• Serenade of the Seas

Vision-Klasse

• Legend of the Seas

• Splendour of the Seas

• Grandeur of the Seas

• Enchantment of the Seas

• Rhapsody of the Seas

• Vision of the Seas

Sovereign-Klasse

• Monarch of the Seas

• Majesty of the Seas

 

Zusammenfassung

Royal Caribbean International ist die Reederei mit den Megakreuzfahrtschiffen. Zur Flotte gehören 22 in sechs verschiedenen Schiffsklassen. Mit der „Allure of the Seas“ und der „Oasis of the Seas“ gehören auch die derzeit größten Kreuzfahrtschiffe der Welt mit einer Verdrängung von rund 225.000 BRT zu der in Miami/Florida ansässigen Reederei.

Kerngeschäft der Reederei sind Kurzkreuzfahrten in die Karibik. Das ist die Kreuzfahrtart, die auf dem amerikanischen Markt am beliebtesten ist. Doch Nummer 2 unter den Kreuzfahrtreedereien operiert auch längst weltweit.

Royal Caribbean war die federführende Reederei in dem Bestreben, den Markt völlig umzukrempeln. Die Megaschiffe markierten die Abkehr von den Wurzeln in der Transatlantikpassagierschifffahrt, bei der schnittige, schnelle Schiffe wichtig waren, die Menschen schnell zum Ziel brachten. Mit der „Sovereign of the Seas“ wurde das Schiff zum Ziel mit seinem Unterhaltungsangebot.