Hurtigruten – Unterwegs auf der legendären Postschiffroute

6. Mai 2012 von

Die norwegische Reederei Hurtigruten ASA bedient mit Schiffen, die heute kleine Kreuzfahrtschiffe sind die legendäre Postschiffroute an der norwegischen Westküste, die als schönste Kreuzfahrt der Welt gilt.

Monatelang hatten der Kapitän Richard With und der Lotse Anders Holthe Karten für die komplizierten und gefährlichen norwegischen Küstengewässer zusammen getragen. Als sich Kapitän With dann am 2. Juli 1893 mit dem Dampfschiff Vesteralen von Trodheim nach Hammerfest aufmachte und bewies, dass die Küstenregion durchaus schiffbar ist und wenig später Gleiches auf der ganzen Strecke Bergen-Kirkenes gelang, war dies ein Meilenstein in der Entwicklung ganz Norwegens. Es gelang, einen fahrplanmäßigen Schiffsdienst entlang der norwegischen Westküste einzurichten und damit auch, die Region durch diese Lebensader wirtschaftlich zu erschließen. Die Hurtigruten – auf Deutsch die schnelle Route – war geboren und schon der erste Dampfer war eine Kombination von Postschiff, Frachtschiff und Passagierschiff. So ist es bis heute.

Postschiff allerdings sind die Hurtigrouten heute streng betrachtet seit 1984 nicht mehr. Straßen- und Bahnbau sowie Flugbetrieb verringerten auch die wirtschaftliche Bedeutung der Linie, jedoch transportieren sie immer noch neben Touristen und Pendlern auch Fracht. Vor allem aber die touristische Nutzung begann nach dem Zweiten Weltkrieg zu wachsen, heute befördern die Hurtigrouten rund 550.000 Passagiere jährlich, von denen fast drei Viertel Touristen sind.

Und noch immer ist es bei der klassischen Schiffsroute geblieben. In sechseinhalb Tagen fahren die Hurtigdampfer an der 2.650 Kilometer langen Westküste Norwegens mit den spektakulären Landschaften von Bergen im Süden bis über den nördlichen Polarkreis an den Lofoten und dem Nordkap vorbei bis nach Kirkenes. Hin und zurück ist man wie seit Jahr und Tag 12-13 Tage auf der wohl schönsten Kreuzfahrtstrecke unterwegs.

Nach dem denkwürdigen Tag von 1893 gab es neun verschiedene Reedereien, die Schiffe auf der klassischen Routen laufen hatten. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts befuhren sechs eigenständige Reedereien die Route, die sich erst dann durch das Abbröckeln der Frachtraten und Passagierzahlen wirtschaftlichen Zwängen zum Zusammenschluss gegenübersahen. Im Jahr 1979 entstanden so die TFDS und später die OVDS. Diese beiden fusionierten 2006 zur Hurtigruten Group ASA, der heutigen Hurtigruten ASA. Heute bedient die Reederei Hurtigruten ASA die klassische Postschiffroute allein.

Was sich im Lauf der Zeit sehr verändert hat, sind die Schiffe. Der Frachtverkehr wird nach dem Ro-Ro-Prinzip abgewickelt und nicht mehr mühsam über den Bordkran. Das verkürzte die Liegezeiten in den Häfen und führte dazu, dass nun nur noch elf statt vorher 14 Schiffe für den Linienbetrieb benötigt werden, trotz der sommerlichen touristischen Umwege zum Geirangerfjord und dem Trollfjord.

Es wird ab 2013 mit der 1964 gebauten Lofoten nur noch eines der Schiffe aus der traditionellen Generation am Linienbetrieb teilnehmen, sie kann 400 Passagiere an Bord nehmen und ist 87 Meter lang. Die noch ältere 1956 gebaute Nordstjernen läuft noch eine Saison als Expeditionsschiff in der Spitzbergensaison und wird zum Ende der Saison 2012 außer Dienst gestellt und verkauft. Für sie kehrt die Finnmarken in den Liniendienst zurück Die 1983 gebaute Vesteralen gehört zur mittleren Generation der Hurtigrutendampfer. Das 108 Meter lange Schiff kann 510 Passagiere mitnehmen.

Zur neuen Generation gehören die seit 1993 fertiggestellten Schiffe Kong Harald, Richard With, Nordlys, Nordkapp, Polarlys, Nordnorge, Finnmarken, Trollfjord, Midnatsol und Fram, wobei die Fram als Exopeditionsschiff betrieben wird, 113 Meter lang ist und 318 Passagiere mitnimmt. Sie unternimmt Touren ins Nordmeer in die Arktis, die Antarktis und nach Südamerika. Ein solches Expeditionsschiff ist auch die Polar Star, ein 1969 in Finnland gebauter Eisbrecher, der 2001 zu einem modernen Expeditionsschiff für die polaren Meere umgerüstet wurde und 100 Passagiere in 48 Außenkabinen mitnehmen kann,

Die anderen Schiffe sind nicht etwa baugleich, sondern sehr verschieden sowohl was die Größe betrifft, die Ausstattung und auch die Zahl der Passagiere, die mitreisen. Allen gemein aber ist, dass sie nicht mehr viel Ähnlichkeit mit den alten Postschiffen haben, sondern eher als kleine Kreuzfahrtschiffe gelten können mit komfortablen Kabinen inklusive Bad und WC, Suiten, dazu Wellnessbereichen und Swimmingpools. Für Komfort auf den Nordlandfahrten ist also gesorgt.

Die Flotte der Hurtigruten ASA:

Nordstjernen

Lofoten

Vesteralen

Kong Harald

Richard With

Nordlys

Nordkapp

Polarlys

Nordnorge

Finnmarken

Trollfjord

Midnatsol

Expeditionsschiff Fram

Expeditionseisbrecher Polar Star

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