Costa Crociere

7. November 2012 von

Die italienische Kreuzfahrtreederei Costa Crociere mit Firmensitz Genua gehört als selbstständige Kreuzfahrtmarke zum Konzern der amerikanischen Kreuzfahrtreederei Carnival Corporation.  Costa Crociere steht für Kreuzfahrten mit italienischem Flair und erstklassigem Service.Die Wurzeln der italienischen Kreuzfahrtreederei Costa Crociere (Costa Kreuzfahrten) gehen auf das Jahr 1854 zurück. Damals gründete Giacomo Costa in Genua die Reederei „Giacomo Costa fu Andrea“, aus der über die Jahre ein Schifffahrtskonzern entstand. Die ersten eigenen Schiffe wurden in den 1920er Jahren gebaut. Fast hundert Jahre waren der Transport von Olivenöl und Stoffen das Hauptgeschäftsfeld, zunächst zwischen Genua und Sardinien, später weltweit.

Das änderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als man sich verstärkt der Passagierschifffahrt zuwandte. Die Zerstörung der italienischen Passagierschiffe, das Daniederliegen der Wirtschaft und die Auswandererströme in die Neue Welt zeigten einen dauernden Mangel an Passagierschiffen. Zunächst stieg die Costa-Reederei in das lukrative Geschäft der Auswanderertransporte vor allem nach Südamerika ein. Im Jahr 1948 nimmt die Anna C. als erstes Passagierschiff der Reederei den Betrieb auf – ein Meilensterin in der Reedereigeschichte. Eine erste Umstrukturierung der Reederei änderte den Namen „Giacomo Costa fu Andrea“ in „Linea C“. Schon damals begann auch die Zusammenarbeit mit dem Innenarchitekten Giovanni Zoncada, der für 30 Jahre Design und Stil der Inneneinrichtung der Costa-Schiffe prägt.

Weitere Schiffe wurden gebaut, alle mit Klimaanlagen in den Kabinen, was seinerzeit ein Alleinstellungsmerkmal war. Daraus entwickelte sich der spezielle Costa-Stil, Luxusschiffe mit drei Klassen, eleganten Kabinen und öffentlichen Räumen, erstklassigem Service, italienischer Gastlichkeit und italienischem Flair zu bauen.

Einmal mehr am Puls der Zeit zeigte sich die Costa Reederei 1959, als sie das erste Passagierschiff der Welt baute, das ausschließlich Urlaubsfahrten vor allem in die Karibik unternahm. So war die Franca C. das erste reine Kreuzfahrtschiff. Ein Triumphzug begann in den 1960er Jahren, immer mehr Kreuzfahrtrouten kamen ins Programm, weitere Schiffe wurden gebaut.

Es war wieder die Franca C., die einen weiteren Meilenstein im Kreuzfahrttourismus setzte, als Costa 1968 mit ihr das neue Reisekonzept „Flug+Schiff“ umsetzte und den Kreuzfahrttourismus revolutionierte. Die Geschäfte liefen glänzend, weitere Schiffe wurden gechartert oder gekauft, das Kreuzfahrtfeld war nun die Welt. Konsequent entwickelte sich in den 1980er Jahren das Schiff zum Ziel, ja zum Urlaubsort mit Abschaffung der drei Klassen, Umstrukturierung der Kabinen und einer Ausweitung des Unterhaltungs- und Sportangebots. Damit ging ein Qualitätssprung einher.

Die Reederfamilie Costa trug dem neuen komplexen Kreuzfahrtgeschäft durch eine groß angelegte Umorganisation des Konzerns und der Gründung der Kreuzfahrtsparte Costa Crociere im Jahr 1986 Rechnung.

In den 1990er Jahren wurde groß in Schiffsneubauten investiert, die Costa Marina, Costa Allegra, Costa Classica, Costa Romantica und Costa Victoria in Dienst gestellt. Doch der Kapitalbedarf für eine weitere Expansion war allein nicht mehr zu bewältigen. So ging die Costa Crociere 1997 je zu 50% an die amerikanische Carnival und die britische Airtours über.

Nun war ein gewaltiges Flottenexpansionsprogramm möglich, das eine Investitionssumme von 5,5 Milliarden Euro für den Bau von 13 Schiffen zwischen 2000 und 2012 vorsah. Mit dieser Investition einher gingen neben der Expansion ein neuer Marktauftritt und die Diversifikation in sehr verschiedene Schiffe, denen ein spektakuläres Design gemeinsam ist. Dazu wurde eine neue Unternehmensphilosophie formuliert mit den Schwerpunkten Innovation und Qualität sowie auf eine Costa – Flotte die für „Made in Italy“ steht.

Im Juli 2000 wurde die Costa Atlantica, das damalige Flagschiff, in Venedig getauft.  Mit ihrer Vermessung von gut 85.000 BRZ  war sie das größte Passagierschiff der italienischen Schifffahrtsgeschichte. Der Luxusliner war wegweisend für neue Entwicklungen wie Kabinen wie im Grand Hotel, die größtenteils mit Balkons haben, dazu beeindruckende, vielfältige öffentliche Räume. Damit können neue Zielgruppen für die Kreuzfahrt gewonnen werden. Von nun an tragen alle Costa-Schiffe wieder die italienische Flagge. In diesem für Costa Crociere wegweisenden Jahr wurde ein Schwesterschiff der Costa Atlantica in Auftrag gegeben, die Costa Mediterranea.

Einen weiteren Schub in den Entwicklungsplänen gab Ende September 2000 die Entscheidung der Konzernmutter Carnival Corporation, die Airtours-Anteile der Costa Crociere zu übernehmen und nun die alleinige Kontrolle über das Unternehmen zu haben. Mit der italienischen Fincantieri Werft wurde ein Vertrag über den Bau von zwei weiteren Kreuzfahrtschiffen geschlossen. Beide Schiffe sollten mit rund 102.00 BRZ vermessen sein und 3.470 Passagiere befördern können. Die Costa Fortuna wurde Ende 2003, die Costa Magica Ende 2004 geliefert.

Im Mai 2003 wurde die mit rund 85.000 BRZ vermessene Costa Mediterranea in Dienst gestellt, ein Schwesterschiff der Costa Atlantica, im November 2003 dann die Costa Fortuna. Passend zu den neuen, großen Schiffen wurde ebenfalls im November 2003 Palacrociere eingeweiht, das neue, von Costa Crociere verwaltete Kreuzfahrtterminal in Savona. Schon im Januar 2004 gab Costa Crociere den Bau für die Costa Concordia mit 114.500 BRZ und einer Kapazität von 3.780 Passagieren bei Fincantieri in Auftrag. Im Oktober 2004 wurde die Costa Magica, das Schwesterschiff der Costa Fortuna, geliefert.

Ebenfalls 2004 übernimmt Costa Crociere S.p.A. den deutschen Marktführer auf dem Kreuzfahrtmarkt, die AIDA Cruises. Im Jahr 2005 gibt Costa Crociere bei Fincantieri ein Schwesterschiff der Costa Concordia, die Costa in Auftrag, die 2007 geliefert wird. Ende 2005 wird mit der Costa Pacifica ein weiteres Schwesterschiff der Costa Concordia beauftragt, das im Frühjahr 2009 fertig wird.

Im Jahr 2006 erfolgt die Expansion nach Asien und in den Pazifikraum, die der wachsenden Nachfrage in den boomenden asiatischen Märkten nachkommt.  2006 beauftragt Costa Crociere die Fincantieri Werft mit dem Bau zweier weiterer Schiffe, der Costa Luminosa und der Costa Deliziosa, beide mit einer Vermessung von 92.700 BRZ, die 2009 und 2010 geliefert werden. Dazu wurde 2006 die Costa Concordia in den Dienst gestellt. Im April 2007 wurde das von Costa Crociere betriebene neue Kreuzfahrtterminal Palacruceros in Barcelona eröffnet. Im Mai wurde dann das mit 114.000 BRZ vermessene neue Flaggschiff Costa Serena in den Dienst gestellt.

Das Erreichen einer neue Traummarke für Costa Crociere war die Folge der Investitionen:  die neue europäische Rekordmarke waren eine Million Gäste innerhalb eines Jahres. Im Oktober wurden zwei weitere Schiffsneubauten der Concordia-Klasse beauftragt. 2009 gehen die Costa Luminosa und die Costa Pacifica in Dienst, im Jahr 2010 die Costa Deliziosa und 2011 die Costa Favolosa. Die Costa Fascinosa ergänzte die Flotte im Jahr 2012. Im Sommer 2012 gab der bisherige Costa Crociere-Chef Pier-Luigi Foschi die Geschicke der Reederei an Michael Thamm weiter, den bisherigen Chef der AIDA Cruises, der dazu zum 1.Juli von Rostock nach Genua wechselte.

Zur Flotte von Costa Crociere gehören:
Costa Classica 1991
Costa neoRomantica 1993
Costa Victoria 1996
Costa Atlantica 2000
Costa Voyager 2000
Costa Fortuna 2003
Costa Mediterranea 2003
Costa Magica 2004
Costa Serena 2006
Costa Concordia 2006 (havariert)
Costa Pacifica 2009
Costa Deliziosa 2010
Costa Favolosa 2011
Costa Fascinosa 2012

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